|
DIEseite der BISoP/BIfH AbsolventInnen 3. Aussendung an die MitgliederInnen Absolventenverein BIfH/BISoP Baden bei Wien |
|
° Aussendung am 17.06.2000 |
|
Liebe Kolleginnen und Kollegen allerorts! Liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinschaft! Liebe Absolventinnen und Absolventen des Bundesinstituts für Sozialpädagogik! Die Zukunft passiert! Jetzt! – So heißt es in einem erfolgreichen Werbeslogan. „Wie wahr", dachte ich mir, als mir bei zahlreichen Treffen mit Kolleginnen und Kollegen - die in Verbindung zu unserem BISoP stehen – Gerüchte, Ängste und viele offene Fragen zugetragen wurden. Das Thema: Das BISoP wird in seiner jetzigen Form in naher Zukunft als Ausbildungsstätte für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen nicht mehr zur Verfügung stehen! Angereichert war diese Grundbotschaft mit zahlreichen „Infos", die halt jeder so irgendwo, irgendwie mitbekommen hat. Da hieß es, die Ausbildung für Sozialpädagogik wird in Bälde von der Lehrerausbildung aufgefressen, oder auch, die Eigenständigkeit der Ausbildung wird verloren gehen. Andere Gerüchte beinhalteten die Botschaft, es werde nach einer höherwertigeren Ausbildung für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen getrachtet- gepaart mit den Sorgen der jetzt Aktiven um den zukünftigen Wert der eigenen Ausbildung, auch in Richtung Qualifikation und Besoldung. Grund genug für die Arbeitsgruppe des Absolventenvereines, sich um eine Klärung der tatsächlichen Überlegungen zur Zukunft des BISoP zu bemühen. Drei Punkte waren für uns dabei ausschlaggebend:
So danke ich nun auf diesem Weg Dr.phil. Klaus Peter Diemert vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur als Leiter der Abteilung Präs.A/5 an führender Stelle mit der Gestaltung der bundeseigenen Ausbildung für Sozialpädagogik betraut, seiner Mitarbeiterin Frau Mag. Maria Dippelreiter und Direktor Mag. Wolfram Thorwartl vom BISoP für das nette, persönliche Gespräch in angenehmer Atmosphäre zu unserem Anliegen. Die Ergebnisse dieses Gespräches möchte ich euch nun auf diesem Weg mitteilen: Generell ist aus meiner Sicht festzuhalten, dass es tiefgreifende Veränderungen bei der Ausbildung für Sozialpädagogik in Österreich gibt und geben wird – und dass darüber schon intensiv diskutiert wird. Dafür verantwortlich ist nicht nur das Zusammenrücken von Europa und seinen unterschiedlichen Ausbildungsformen auf dem Gebiet der Sozialpädagogik, sondern auch erste Angebote privater österreichischer Träger auf diesem Sektor, wie auch wirtschaftliche Überlegungen. Die Verantwortlichen auf Bundes- und teilweise Länderebene sehen einen dringenden Handlungsbedarf ihre Ausbildungsformen anzupassen und für die Zukunft adäquat zu positionieren, wie auch entsprechend zu gestalten. Momentan sehen sich die Verantwortlichen in der ersten Phase dieses Prozesses: Dem Austausch von Ideen und der Suche nach gemeinsamen Anliegen, um eine Grundlage für die notwendigen politischen Entscheidungen zu legen, die für eine Umsetzung notwendig sind. Einige konkrete Positionierungen im Rahmen dieser ersten Prozessphase, dargelegt und getragen durch meine für das BISoP verantwortlichen Gesprächspartner, kann ich aus meiner Sicht wie folgt festlegen: Schaffung einer „Hochschule für pädagogische Berufe". Pädagogische Berufe, die bis dato noch keinen Hochschulabschluss hatten (etwa PflichtschullehrerInnen, SozialpädagogInnen,), sollen in Zukunft an dieser Hochschule erlernt werden können – und seine zukünftigen AbsolventInnen dadurch eine höherwertige Ausbildung erhalten. Die Ausbildung zur Sozialpädagogin / zum Sozialpädagogen soll im Rahmen dieser Hochschule, etwa in Form einer eigenen Abteilung für Sozialpädagogik, als eigenständige Ausbildung erhalten bleiben. „Gleichwertig – aber nicht gleichartig" gegenüber anderen Berufsausbildungen an der „Hochschule für pädagogische Berufe". Trotz Hochschulausbildung sollen „Praxiserfahrungen" im Laufe der Ausbildung zur Sozialpädagogin / zum Sozialpädagogen weiterhin, bis vermehrt enthalten sein. Keine „Zwei Klassengesellschaft" innerhalb aller ausgebildeten Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen: Bedeutet das ?: Anpassung aller Absolventinnen und Absolventen des BISoPs an den neuen Ausbildungsstandart – ohne nachträglich zu erbringende Leistungen. Das bedeutet auch: Das „Aus" der fünfjährigen Ausbildung zur Sozialpädagogin / zum Sozialpädagogen, da damit kein Hochschulabschluss erreicht werden kann. Soweit einige wenige, aber doch klare Aussagen im Kontext zu den Sorgen, die dem Arbeitskreis des Absolventenvereines zugetragen wurden. Ich persönlich finde mich auch mit meinen Interessen wahrgenommen: Eine Qualitätssteigerung und Aufwertung der SozialpädagogInnen ist prinzipiell zu begrüßen, sofern mindestens der bisherige Praxisbezug trotz Hochschulstudium erhalten bleiben kann. Ganz wichtig finde ich auch, dass es in Österreich keine unterschiedlich qualifizierten SozialpädagogInnen geben soll. Gleiche Ausbildung = gleicher Status unterstützt uns im gemeinsamen Arbeiten durch gegenseitige Wertschätzung, gemeinsame Professionalität und kollegiale Haltung. Dennoch, so meine ich, gilt es den weiteren Entwicklungen viel Aufmerksamkeit zu widmen. Viele Fragen werden noch gestellt und beantwortet werden müssen, bis es zur Umsetzung kommen kann: Wie werden trotz eigenständiger Sozialpädagogik im Rahmen der „Hochschule für pädagogische Berufe" tatsächlich Gemeinsamkeiten mit den anderen Berufsausbildungen gefunden und umgesetzt? Kann ein Lehrer mit einigen nachgeholten Studieneinheiten zum Sozialpädagogen umsatteln, oder umgekehrt? Oder liegen schon in der ersten Entscheidungsfindung zur Berufswahl ganz unterschiedliche „Berufungen" vor? Gibt es trotz Einstellung der fünfjährigen Ausbildung weiterhin alternative Möglichkeiten, junge, engagierte Menschen schon bei ihrer ersten Berufswahlmöglichkeit für die Sozialpädagogik zu gewinnen, bevor sie sich für gänzlich andere Berufsrichtungen entscheiden? Welches Potential an wertvollen Kolleginnen und Kollegen ginge uns dadurch verloren? Letztendlich liegt es an jedem von uns, wie und in welcher Form er sich an den kommenden Entwicklungen beteiligen möchte. Der Absolventenverein kann sich mit deiner Unterstützung zu einer kleinen Plattform für den Austausch von Ideen und Möglichkeiten unter allen Beteiligten entwickeln. Das meint - und damit grüßt euch recht herzlich ^^^ Seitenanfang |